Mathestudium mit Nebenfach Psychologie + Berufsaussichten!!!

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Mathestudium mit Nebenfach Psychologie + Berufsaussichten!!!

Beitragvon Nuur am Donnerstag 22. Oktober 2009, 19:29

Hallo,

ich würde gerne Mathe studieren und meine Frage ist nun, ob ich auch als Nebenfach Psychologie wählen könnte. Wie würden dann die Berufsausichten aussehen?? Ich besuchte zur Zeit die 12. Jgst und habe Mathe und Pädagogik als LK!!
Daher passen diese beiden Fächer auch ganz gut im Studium. Welche Uni eignet sich denn am besten für diese Kombination und bräuchte man für das Nebenfach Psychologie NC???

Liebe Grüße
Nuur
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Re: Mathestudium mit Nebenfach Psychologie + Berufsaussichten!!!

Beitragvon Markus am Donnerstag 22. Oktober 2009, 21:23

Hi,

Ich kann leider nichts zu Psychologie sagen. Aber ein paar generelle Sachen (alles meine Meinung, andere Leute könnten das völlig anders sehen):

1. Seit diesem Semester gibt es nur noch einen Bachelor/Master-Abschluß. Der Bachelor-Abschluß in Mathe allgemein wird insgesamt wohl nicht so viel wert sein. Für einen halbwegs vernüftigen Job sollte man auf jeden Fall der Master machen.

2. Auch im jetzigen Diplom zählt das Nebenfach an sich nicht so viel; im Bachelor muß man rein theoretisch kein Nebenfachstudium mehr machen (je nach Prüfungsordnung), insgesamt jedenfalls hat das Nebenfach - gerade wenn man den master dazunimmt - relativ wenig gewicht im Studium. Von daher denke ich, daß die Berufsaussichten mit nem Mathe-Abschluß unabhängig vom Nebenfach eigentlich zu sehen sein sollten. Und die sind im Moment - und ich denke, auch auf jeden fall in den nächsten 10 jahren - eigentlich ziemlich gut. Ich denke, die Wahl der Richtung für deine Diplomarbeit könnte unter umständen mehr Einfluß auf Deine Chancen haben als sogar das Nebenfach. Ich denke, ein Mathematiker, der in die Wirtschaft geht und dann z.B. an irgendwelchen Finanzprodukten in ner Versicherung arbeiten muß, wird halt - wenn er entsprechendes nicht in nem nebenfach BWL hatte - eben die ersten monate darin eingelernt und kann eben durch die fähigkeiten aus seinem studium glänzen und profizieren und das dann gut lernen.. Es wäre eine Utopie, daß man mit dem Studium schon alles kann, was man später im Beruf braucht.

3. Ich würde die Frage des Nebenfaches generell nicht an Berufsaussichten, sondern an meinem Interesse festlegen. Ob gewisse Kombinationen studiert werden können mit gewissen Abi-Schnitten, usw. werden dir entsprechende Studentensekretariate sicher sagen können. Ich nehme an, daß das von Uni zu Uni unterschiedlich sein wird mit dem Nebenfach.

4. Welche uni gut für Kombinationen sind, ist wohl schwer bzw. gar nicht zu sagen. Mathe mit Psycho ist glaube ich nicht gerade eine Standardkombination wie Mathe+Info oder Mathe+Physik.. Vor allem ist es schon schwer genug, nur für ein Fach überhaupt empfehlungen zu geben oder ähnliches. Ich würde allerdings mir die Uni mehr nach meinem ersten Fach auswählen als nach dem Nebenfach. In diesem schreibt eigentlich keine Abschlußarbeit und macht normalerweise auch keine Seminare oder ähnliches, sondern macht grundlegene Vorlesungen und das sollte eigentlich an jedem Standort etwa gleich ablaufen bzw. ist auch mit dem Rankings kaum sichtbar, da dort vor allem auch Forschung und ähnliches berücksichtigt ist.
Ich denke. es könnte eine Idee sein, an einer Uni seinen Bachelor zu machen und dann weiß man etwa, welche Bereiche in Mathe einen interessieren, hat gewisse Kontakte zu anderen Unis oder zu Professoren, die etwas empfehlen können und kann dann für den Master die Uni so wechseln, daß an der Zieluni gerade die Bereiche groß sind, in denen man selbst etwas machen würde.. Das ist eine Möglichkeit, denke ich..

Falls du noch Fragen hast, nur zu.

Gruß, Markus
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Re: Mathestudium mit Nebenfach Psychologie + Berufsaussichten!!!

Beitragvon Nuur am Freitag 23. Oktober 2009, 12:46

Hallo Markus,

vielen dank für deine ausführliche antwort!! Also, wenn ich dich richtig verstanden habe, muss man das Nebenfach nach dem Bachelor wählen oder? Somit hätte ich noch zeit, mir zu überlegen, welches Nebenfach ich wählen möchte!! Also falls man nach dem Bachelor auch die Uni wechseln kann, würde ich auf der Uni Bielefeld studieren und nach dem Bachelor weiter gucken, ob ich immer noch psychologie im nebenfach studieren möchte und je nach dem ob ich deshalb auf eine andere uni wechseln muss. Nun habe ich noch mitbekommen, dass man auch angewandte Mathematik auf einer FH studieren kann. Die Berufsaussichten sollen gleich oder sogar besser sein!!! Sollte man Mathe deiner Meinung nach lieber auf einer FH studieren oder eher auf einer Uni ?? Außerdem interessiert mich, ob du auch Mathe studierst und falls ja, würdest du mir diesen Studiengang auf Grund deiner Erfahrung empfehlen???

Liebe Grüße

Nuur
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Re: Mathestudium mit Nebenfach Psychologie + Berufsaussichten!!!

Beitragvon Markus am Samstag 24. Oktober 2009, 08:25

Hi,

Erstmal: Wegen dem NEbenfach kommt es ganz auf die Studienordnung an. An der Uni Tübingen z.B. gibt es einen Block, der am Ende gewertet wird, in dem Vorlesungen entweder aus Mathe kommen können oder aus (irgendienem) anderen fach. Das wäre dann quasi das Nebenfach und diesen Block muß man *während* seines Studiums mit Inhalt füllen. Wie das auf anderen unis aussieht und ob überhaupt ein Nebenfach Psychologie möglich ist, kann ich nicht sagen.

Ob Du auf einer FH oder an einer Uni studieren willst, ist eine grundlegene Entscheidung. An der Uni studierst du Mathe sehr theoretisch und kannst am Ende (vom Master) auch eigene kleine neue Erkenntnisse gewinnen. An der FH, denke ich, wird es eher darum gehen, gewisse Sachen anzuwenden. Das kann ich mir sehr gut mit Maschinenbau oder ähnliches vorstellen, mit Mathe nicht so recht.. Die meisten studieren Mathe an der Uni, weil es eben sehr theoretisch ist und der Knackpunkt nicht an der Anwendung liegt, sondern im grundlegenen Verstehen.
Je nachdem, was du vor hast, mußt du dann halt auf die Uni oder FH. Da ich aber Mathe an der FH nicht kenne, kann ich nicht sagen, wie es dort abläuft.

Die Berufsaussichten würde ich wie gesagt nicht an erster Priorität für ein Studium stellen, denn in erster Linie soll es dir Spaß machen und du wirst damit (mehr oder weniger viel) noch dein ganzes Leben zu tun haben. Vor allem muß man sich, um halbwegs gut im Studium zu sein, auch ordentlich reinhängen (vor allem in Mathe) und daher ist es wichtig, daß man wirklich eine gewisse Liebe dazu entwickelt. Stellen in der Wirtschaft, die mit Mathematikern besetzt werden, sind für leute von der Uni und von der FH eher grundsätzlich andere.. Meistens ist es so, daß die Leute an der Uni erstmal die grundsätzlichen Dinge lernen, die eben nicht im Studium Teil sind und danach eine Führungsposition übernehmen. An der FH allerdings ist es oft so, daß im Studium viel Wert darauf gelegt wurde, einfach direkt Sachen zu nehmen wie sie sind und anzuwenden. Das ist natürlich am Anfang viel besser; aber mit der Dauer denke ich, daß Gehalt und Chancen auf Führungspositionen an der Uni höher sind.

Aber es kommt bei den Sachen 1. auf das Fach an; z.B. bei Maschinenbau kann es durchaus sein, daß viel mehr Leute gesucht werden, die einfach nur direkt anwenden können und von der FH kommen; 2. auf das, was du machen willst.. Wenn du gern anwendest, ohne den wirklichen Grund zu erfahren, warum dies und jenes überhaupt funktioniert, dann ist FH sicher besser als Uni.

Ich studiere Mathe und schreibe gerade meine Diplomarbeit. Ob ich es dir empfehlen kann oder nicht, kann ich nicht sagen. Mathe ist an sich ein nicht einfaches Studium, in dem man vor allem sehr viel ZEit für das Verständnis investieren muß und weniger durch bloßes Lernen ausgleichen kann wie in anderen Fächern und es rächt sich, wenn man irgendwas, was man schon mal gemacht hat, nicht mehr weiß oder nicht damals richtig verstanden hat.. Um sagen zu können, ob Mathe was für dich ist oder nicht, müßte ich dich kennen. Aber: 1. Du könntest Deine Lehrer fragen, ob sie dir das zutrauen würden, da sie ja selbst mal studiert haben, 2. Der Vorteil am Mathe-Studium ist wirklich, daß man nach 1-2 Semester ziemlich sicher weiß, ob das was für einen ist oder nicht. Wenn Du merkst, daß du enorme Probleme hast und nur auf gut Glück überall durchkommst und es dir gar keinen Spaß mehr macht, dann hast du nicht mal ein Jahr "verschwendet" und kannst einfach was anderes machen. In fast allen Fällen, die ich kenne, ist der Eindruck nach 1-2 Semestern der gleiche wie gegen Ende des Studiums. Man merkt schnell, ob es was für einen ist oder nicht..

Ich hoffe, das hat ein wenig geholfen. Wenn du Infos über genaue Berufsaussichten haben wilst, mußt du mal bei Deinem Arbeitsamt fragen oder direkt in einer Firma fragen, nach welchen Kriterien die einstellen..
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Re: Mathestudium mit Nebenfach Psychologie + Berufsaussichten!!!

Beitragvon Nuur am Samstag 24. Oktober 2009, 13:01

Hallo Markus,

ich danke dir und wünsche dir viel Erfolg in deiner Diplomarbeit :)
Dein Bericht hat mir auf jeden Fall weiter geholfen. Ich werde jetzt erstmal zu sehen, dass ich mein Abi gut abschließe und dann kann ich ja weiter sehen und paar Vorlesungen auf der Uni besuchen und mich anschließend dafür oder dagegen entscheiden :)

Liebe Grüße

Nuur
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