von Markus am Samstag 24. Oktober 2009, 08:25
Hi,
Erstmal: Wegen dem NEbenfach kommt es ganz auf die Studienordnung an. An der Uni Tübingen z.B. gibt es einen Block, der am Ende gewertet wird, in dem Vorlesungen entweder aus Mathe kommen können oder aus (irgendienem) anderen fach. Das wäre dann quasi das Nebenfach und diesen Block muß man *während* seines Studiums mit Inhalt füllen. Wie das auf anderen unis aussieht und ob überhaupt ein Nebenfach Psychologie möglich ist, kann ich nicht sagen.
Ob Du auf einer FH oder an einer Uni studieren willst, ist eine grundlegene Entscheidung. An der Uni studierst du Mathe sehr theoretisch und kannst am Ende (vom Master) auch eigene kleine neue Erkenntnisse gewinnen. An der FH, denke ich, wird es eher darum gehen, gewisse Sachen anzuwenden. Das kann ich mir sehr gut mit Maschinenbau oder ähnliches vorstellen, mit Mathe nicht so recht.. Die meisten studieren Mathe an der Uni, weil es eben sehr theoretisch ist und der Knackpunkt nicht an der Anwendung liegt, sondern im grundlegenen Verstehen.
Je nachdem, was du vor hast, mußt du dann halt auf die Uni oder FH. Da ich aber Mathe an der FH nicht kenne, kann ich nicht sagen, wie es dort abläuft.
Die Berufsaussichten würde ich wie gesagt nicht an erster Priorität für ein Studium stellen, denn in erster Linie soll es dir Spaß machen und du wirst damit (mehr oder weniger viel) noch dein ganzes Leben zu tun haben. Vor allem muß man sich, um halbwegs gut im Studium zu sein, auch ordentlich reinhängen (vor allem in Mathe) und daher ist es wichtig, daß man wirklich eine gewisse Liebe dazu entwickelt. Stellen in der Wirtschaft, die mit Mathematikern besetzt werden, sind für leute von der Uni und von der FH eher grundsätzlich andere.. Meistens ist es so, daß die Leute an der Uni erstmal die grundsätzlichen Dinge lernen, die eben nicht im Studium Teil sind und danach eine Führungsposition übernehmen. An der FH allerdings ist es oft so, daß im Studium viel Wert darauf gelegt wurde, einfach direkt Sachen zu nehmen wie sie sind und anzuwenden. Das ist natürlich am Anfang viel besser; aber mit der Dauer denke ich, daß Gehalt und Chancen auf Führungspositionen an der Uni höher sind.
Aber es kommt bei den Sachen 1. auf das Fach an; z.B. bei Maschinenbau kann es durchaus sein, daß viel mehr Leute gesucht werden, die einfach nur direkt anwenden können und von der FH kommen; 2. auf das, was du machen willst.. Wenn du gern anwendest, ohne den wirklichen Grund zu erfahren, warum dies und jenes überhaupt funktioniert, dann ist FH sicher besser als Uni.
Ich studiere Mathe und schreibe gerade meine Diplomarbeit. Ob ich es dir empfehlen kann oder nicht, kann ich nicht sagen. Mathe ist an sich ein nicht einfaches Studium, in dem man vor allem sehr viel ZEit für das Verständnis investieren muß und weniger durch bloßes Lernen ausgleichen kann wie in anderen Fächern und es rächt sich, wenn man irgendwas, was man schon mal gemacht hat, nicht mehr weiß oder nicht damals richtig verstanden hat.. Um sagen zu können, ob Mathe was für dich ist oder nicht, müßte ich dich kennen. Aber: 1. Du könntest Deine Lehrer fragen, ob sie dir das zutrauen würden, da sie ja selbst mal studiert haben, 2. Der Vorteil am Mathe-Studium ist wirklich, daß man nach 1-2 Semester ziemlich sicher weiß, ob das was für einen ist oder nicht. Wenn Du merkst, daß du enorme Probleme hast und nur auf gut Glück überall durchkommst und es dir gar keinen Spaß mehr macht, dann hast du nicht mal ein Jahr "verschwendet" und kannst einfach was anderes machen. In fast allen Fällen, die ich kenne, ist der Eindruck nach 1-2 Semestern der gleiche wie gegen Ende des Studiums. Man merkt schnell, ob es was für einen ist oder nicht..
Ich hoffe, das hat ein wenig geholfen. Wenn du Infos über genaue Berufsaussichten haben wilst, mußt du mal bei Deinem Arbeitsamt fragen oder direkt in einer Firma fragen, nach welchen Kriterien die einstellen..